Mitarbeitenden-App, Intranet und Kollaborationstools: Online-Kanäle sind auch in der internen Kommunikation omnipräsent. Welche Rolle spielt da das Mitarbeitendenmagazin noch? Gerade in der digitalen Informationsflut entfaltet das Printmagazin eine Wirkung, die online oft verpufft. Denn es vermittelt Wertschätzung und stärkt die Bindung zu den Mitarbeitenden.
Ein Mitarbeitendenmagazin ist mehr als ein Informationsmedium – es ist ein Statement. Während digitale Nachrichten in Sekundenschnelle konsumiert und schnell wieder vergessen werden, signalisiert ein hochwertiges Printprodukt: «Wir nehmen uns Zeit für unsere Mitarbeitenden.» Diese Form der Wertschätzung spüren Mitarbeitende unmittelbar.
Gleichzeitig schafft ein Printprodukt eine Glaubwürdigkeit, die digitale Kanäle schwer erreichen. Laut einer Studie des Content Marketing Forum1 werden Inhalte in gedruckten Magazinen von 64 Prozent der Befragten als positiv erlebt. Ein sorgfältig gestaltetes, redaktionell geprüftes Magazin vermittelt Seriosität und Verbindlichkeit. Die physische Präsenz – ob auf dem Küchentisch, im Pausenraum oder im Zug nach Hause – sorgt für eine andere Aufmerksamkeit als ein weiterer Newsletter im überfüllten Posteingang.
Wann macht ein Mitarbeitendenmagazin Sinn?
Die Entscheidung für oder gegen ein Mitarbeitendenmagazin hängt unter anderem von der Verteilung der Standorte, der Personalstruktur und der Unternehmensgrösse ab. Seine volle Kraft entfaltet es bei Unternehmen mit mehreren Standorten oder Teams, die wenig direkten Kontakt haben, weil es bei den Einzelnen das Gefühl fördert, Teil eines grösseren Ganzen zu sein.
Aber auch Firmen mit einer heterogenen Belegschaft profitieren von einem Magazin: Nicht alle Mitarbeitenden sind ständig online oder haben Zugang zu digitalen Kanälen. Ein Magazin erreicht alle gleichermassen – von der Produktion über administrative Stellen bis hin zur Geschäftsleitung. In einer Befragung2 der SCM – School for Communication and Management gaben 92,7 Prozent der Unternehmen an, dass Storytelling in der internen Unternehmenskommunikation zur Vermittlung strategischer und unternehmensrelevanter Themen wichtig bleibt. Besonders in Zeiten des Wandels, wie er bei Fusionen, strategischen Neuausrichtungen oder kulturellen Transformationen auftritt, bietet ein Magazin diesen Raum für Tiefe und Kontext, den schnelle digitale Updates nicht leisten können.
Was sind die Anforderungen an ein Mitarbeitendenmagazin?
Die Qualität entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Ein lieblos zusammengestelltes Hochglanzprodukt voller Managementbotschaften landet ungelesen im Altpapier. Ein Mitarbeitendenmagazin muss journalistischen Ansprüchen genügen: authentische Geschichten, professionelle Texte, ansprechendes Layout und hochwertige Fotografie.
Der redaktionelle Ansatz ist entscheidend. PR-Texte haben in einem Mitarbeitendenmagazin nichts verloren. Stattdessen braucht es echte Reportagen, Porträts und Hintergrundberichte. Mitarbeitende müssen sich und ihre Themen wiederfinden – nicht nur die Erfolgsgeschichten aus der Chefetage, sondern auch die alltäglichen Herausforderungen, innovative Ideen und persönliche Perspektiven aus allen Bereichen des Unternehmens.
Wie wird das Magazin in den Kommunikationsmix eingebettet?
Das Mitarbeitendenmagazin entfaltet seine Wirkung nur im Zusammenspiel mit anderen Kanälen. Es ist kein Ersatz für digitale Kommunikation, sondern eine Ergänzung dazu. Während sich das Intranet oder die App für aktuelle News und operative Informationen eignet, bietet das Magazin Raum für Geschichten, die bleiben. Die Einbettung beginnt bei der Konzeption: Was sind die strategischen Ziele der internen Kommunikation? Welche Themen erfordern Vertiefung, welche Schnelligkeit? Ein kluger Content-Plan verteilt Inhalte so, dass jeder Kanal seine Stärken ausspielen kann. Wichtig ist auch die Distribution: Das Magazin sollte alle Mitarbeitenden erreichen – idealerweise auch zu Hause, damit auch Familienmitglieder einen Einblick ins Unternehmen erhalten.
Print und digital: zwei Seiten einer Medaille
Die Zukunft der internen Kommunikation ist nicht ein Entweder-oder, sondern Sowohl-als-auch. Digitale Kanäle sind unverzichtbar für Geschwindigkeit, Interaktivität und Aktualität. Mitarbeitendenmagazine sorgen hingegen für Entschleunigung, Vertiefung und emotionale Bindung. Mitarbeitendenmagazine bieten einen wertvollen Gegenpol zum digitalen Rauschen. Sie ermöglichen konzentrierte Lektüre und bleiben physisch präsent. Diese Langlebigkeit macht sie zu einem wichtigen Instrument für die Mitarbeitendenbindung – denn Identifikation entsteht nicht durch schnelle Klicks, sondern durch Geschichten, die nachwirken.
1 Wirkungsstudie Influencer:innen-Content, Juni 2025, Content Marketing Forum e.V.
2 Die Zukunft des Mitarbeitermagazins, 2022, Kammann Rossi und SCM – School for Communication and Management
Gerne unterstützen wir Sie bei der Konzeption und der Umsetzung Ihres Mitarbeitendenmagazins. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.
Ihr Ansprechpartner
Christian Schwander
Partner
T +41 44 268 12 05
M +41 79 420 19 53
christian.schwander@linkgroup.ch
FAQ
Printmagazine bieten in der digitalen Informationsflut einen wertvollen Gegenpol. Sie schaffen Aufmerksamkeit, zeigen Wertschätzung und bleiben präsent. Studien belegen, dass gedruckte Inhalte länger im Gedächtnis bleiben als digitale. Zudem bieten Mitarbeitendenmagazine Raum für Tiefgang sowie Kontext und sind deshalb ein bewährtes Medium in der Change-Kommunikation.
Der Erscheinungsrhythmus hängt von den vorhandenen Ressourcen und den Inhalten ab. Bewährt haben sich drei bis vier Ausgaben pro Jahr. Wichtiger als eine hohe Frequenz sind Kontinuität und eine gleichbleibend gute Qualität.
Ein Mitarbeitendenmagazin eignet sich besonders für Inhalte, die im Intranet oder in einer App zu kurz kommen: Strategiethemen mit Tiefgang, Reportagen, Mitarbeitendenporträts sowie Interviews. Wichtig ist ein ausgewogener Mix aus Information, Emotion und Dialog.
Als Basis dient ein Konzept mit klar definierten Zielen. Damit das Magazin gelesen wird, muss es einen hohen Qualitätsanspruch und journalistische Kriterien erfüllen. Im Zentrum stehen die Interessen der Mitarbeitenden und authentische Geschichten. Wichtig ist auch, dass das Magazin in die Kommunikationslandschaft des Unternehmens eingebettet ist. Idealerweise befeuern sich das Magazin und Online-Kanäle gegenseitig.