Was passiert, wenn die wichtigsten Stakeholder Ihren Geschäfts- oder Nachhaltigkeitsbericht nicht mehr lesen, sondern ihn von ChatGPT erklären lassen? Dann zählt, ob KI die Inhalte zuverlässig findet, richtig versteht und präzise zitiert. In der Finanzberichterstattung führt deshalb künftig kein Weg an Online-Reports vorbei: HTML wird zum zentralen Format.
Reporting in der Ära von LLMs
Wer heute online nach Informationen sucht, nutzt statt klassischer Suchmaschinen immer öfter Assistenten wie ChatGPT, die mit grossen Sprachmodellen (LLMs) arbeiten. Das hat direkte Folgen für die Publishingstrategien in der Unternehmenskommunikation. Denn die Funktionsweise unterscheidet sich grundlegend: Während Suchmaschinen vor allem mit Keywords, Links und Rankings arbeiten, interpretieren LLMs Inhalte semantisch und kontextbezogen und generieren Antworten auf Basis strukturierter, maschinenlesbarer Quellen. Für Unternehmen wird daher neben Suchmaschinenoptimierung (SEO) auch Generative Engine Optimization (GEO) zentral: LLMs brauchen Inhalte, die nicht nur gut geschrieben, sondern auch eindeutig strukturiert sind.
Besonders relevant ist dies für die Finanzberichterstattung. Sie ist mit beträchtlichem personellem und finanziellem Aufwand verbunden und geniesst aufgrund der internen und der externen Überprüfung eine hohe Glaubwürdigkeit. Es lohnt sich deshalb, diese Inhalte so aufzubereiten, dass sie in der LLM-basierten Informationssuche optimal nutzbar sind.
Online-Reports sichern optimale Kommunikationswirkung
HTML stellt Inhalte nicht nur dar, sondern strukturiert sie so, dass ChatGPT und Co. sie zuverlässig lesen sowie korrekt interpretieren und wiedergeben können. Texte, Tabellen, Kennzahlen, Abbildungen und Zusammenhänge werden semantisch ausgezeichnet und damit maschinell interpretierbar. Zusammenhänge werden klar erkennbar – von Hierarchien über Kennzahlenbezüge bis zu Zeiträumen und Kontexten.
Laut Studien zitieren LLM-basierte Systeme strukturierte Quellen 2,3-mal so häufig, während sie bei PDFs öfter auf externe Quellen wie Medienberichte zurückgreifen – mit entsprechenden Fehler- und Reputationsrisiken. HTML-Inhalte werden also nicht nur schneller gefunden, sondern auch häufiger und konsistenter wiedergegeben. So wird Reporting zur digitalen Wissensbasis mit geprüften Inhalten – maschinenlesbar, interaktiv, teilbar und messbar.
Darüber hinaus bieten Online-Reports kommunikativen Mehrwert: Interaktive Dashboards, Pop-up-Glossare, Animationen oder Videos der Geschäftsleitung machen die Berichte zugänglicher, erhöhen die Verweildauer und schaffen Mehrwert für die Leserschaft.
Hat das PDF ausgedient?
Als primäres Instrument in der Berichterstattung stösst das PDF aus Sicht der Auffindbarkeit an Grenzen, weil Sprachmodelle seine Struktur und die semantischen Zusammenhänge nicht zuverlässig auslesen können. Das bedeutet, dass Inhalte nur begrenzt verstanden und verwertet werden. Als rechtlich verbindliche Referenz und revisionssicheres Archivdokument bleibt das PDF aber weiterhin relevant.
Mit Multi-Channel-Reporting Deutungshoheit behalten
Gefragt ist ein Reporting, das Inhalte konsequent kanalgerecht ausspielt: Das PDF bleibt die revisionssichere Referenz, während HTML die kommunikative Wirkung entfaltet und die maschinelle Nutzung unterstützt. Unternehmen, die beide Formate intelligent verzahnen und verschiedene relevante Touchpoints (z. B. Website, Investor Relations, Social Media, Newsletter) bespielen, erfüllen Vorschriften und stärken ihre Wirkung – auch wenn Informationen zunehmend über ChatGPT und andere KI-Assistenten vermittelt werden.
Reporting-Plattform reduziert den Aufwand
Am effizientesten ist ein plattformbasierter Ansatz mit zentralem Daten- und Content-Stamm. Inhalte werden einmal erarbeitet, geprüft sowie freigegeben und danach automatisiert in die gewünschten Ausgaben überführt: Online-Report (HTML), PDF und dank integriertem Tagging auch XBRL/iXBRL. So entfällt die aufwendige manuelle Abfüllung in mehreren Systemen, Prozesse werden schneller, konsistenter und deutlich weniger fehleranfällig.
Die Entwicklung geht klar in Richtung integrierter Plattformen und Full HTML. Wer Inhalte zentral steuert und automatisiert ausspielt, gewinnt Effizienz und behält gleichzeitig die Kontrolle über geprüfte Aussagen und Kennzahlen. Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre Berichterstattung fit für die KI-Transformation zu machen – mit Strategien, die Regulatorien, Prozesse und und Glaubwürdigkeit vereinen.
Tipps, wie Sie Ihr Reporting LLM-tauglich machen
- Automatisierte Datenintegration: Arbeiten Sie mit einem Reporting-Tool oder einer zentralen Reporting-Plattform. So erstellen, prüfen und genehmigen Sie Inhalte nur einmal und spielen sie danach automatisch als HTML, PDF und XBRL/iXBRL aus. Das reduziert Aufwand und Fehlerquellen massiv.
- Planen Sie HTML-first: Konzipieren Sie den Online-Report als primären Kommunikationskanal mit klarer Informationsarchitektur, sauberer Navigation und semantischer Struktur für bessere Auffindbarkeit und Zitierfähigkeit.
- Optimieren Sie das PDF als Referenz: Stellen Sie Compliance sicher und werten Sie das PDF zusätzlich mit Metadaten, sprechenden Dateinamen, internen Links und Alt-Texten auf.
- Sorgen Sie für Konsistenz über alle Kanäle: Verwenden Sie in allen Formaten dieselben Kernbotschaften, Definitionen und Kennzahlenlogiken. Das stärkt Vertrauen und reduziert Interpretationsfehler.
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